Grundschule

Die Grundschule ist die erste Phase des kenianischen 8-4-4 Bildungssystems und betreut Schüler zwischen 6 und 14 Jahren. Das Hauptziel der Grundschulausbildung ist die Vorbereitung der Schüler zur Partizipation am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Wohl des Landes. Bei School4Life wollen wir die Kinder zu selbstständigen, disziplinierten und ausdrucksstarken Schülern entwickeln.

In Kenia ist die Grundschule in die so genannten Standard Eins (erste Klasse) bis Standard Acht (achte und letzte Klasse) aufgeteilt. Am Ende von Standard Acht absolvieren die Schüler das kenianische Grundschulzertifikat (Kenyan Certificate of Primary Education), dessen Ergebnisse die Platzierung in der weiterführenden Schule bestimmen. Die Kandidaten werden in fünf Fächern geprüft: Kiswahili, Englisch, Naturwissenschaften und Landwirtschaft, Mathematik und Sozialkunde.

Das Schuljahr beginnt in Kenia im Januar und endet im November, mit drei Ferienzeiten, jeweils im April, August und Dezember. Da die Wiederholung von Klassen nicht zugelassen ist, kommen alle Schüler im folgenden Jahr in die nächste Klasse, auch wenn sie ihre Prüfungen nicht bestehen.

Eine kostenlose Grundschulausbildung existierte in Kenia bis Mitte der 80er-Jahre und wurde im Januar 2003 von Präsident Mwai Kibaki wieder eingeführt. Seitdem ist Schulbildung an öffentlichen Schulen kostenlos und zwingend (Kenianische Verfassung, Artikel 53, 2010).

Trotz der Anstrengungen die Grundschulausbildung kostenlos und für alle zugänglich anzubieten, verbleiben circa 3,9 Millionen Kinder aufgrund versteckter Kosten immer noch ohne Schulbildung (Volkszählungsbericht, 2009). Daher bleibt das ursprüngliche Ziel der Regierung, jedem Kind eine Grundschulausbildung zu ermöglichen, unerreicht. Zusätzlich haben vorherige Untersuchung eine Steigerung der nicht eingeschriebenen Kinder und der Abbrecherquote in zahlreichen Teilen des Landes festgestellt. Das liegt an eben diesen versteckten Kosten, beispielsweise für Prüfungen, Vorstellungsgespräche, Anmeldungen oder Mittagessen, sowie zusätzliche Kosten für Schuluniformen, Lernmaterialien und Transport zur Schule und wieder nach Hause. Das wirft die Frage auf, wie kostenlos die „kostenlose Grundschulausbildung“ tatsächlich ist.

Bei School4Life wollen wir den schutzbedürftigen Kindern eine Grundschulausbildung anbieten, ohne dass sich mit versteckten Kosten konfrontiert sehen. Ungefähr 50% unserer Schüler, die von unserem Sozialprogramm angenommen wurden, bezahlen keine Gebühren, während die verbleibenden Schüler einen sehr kleinen Betrag bezahlen. Wir unterrichten momentan circa 450 Schüler.